Gibt es für Thaddeus die eine richtige Lesart? Ich weiß es nicht. Sind das nicht die besten Bücher?
Ich sagte es ja schon einmal: Einige (Vorab-)Thaddeus-Leser sind durch den Roman in ziemliche Verwirrung gestürzt worden. „Ich mag es nicht, wenn ich am Ende mit einem Fragezeichen über dem Kopf zurückbleibe“, schrieb Nina von Libromanie. Dennoch hat das Buch sie einfach nicht losgelassen und wir freuen uns sehr, dass sie aus ihrer Verwirrung ein Projekt gemacht hat.
Und viele Fragen an Eichborn hatte. Und das Buch trotz eines riesigen SUB sogar noch einmal lesen will.
Ninas Interview mit Karsten Kredel, Programmleiter Literatur bei Eichborn, der Shane Jones‘ Roman nach Deutschland geholt hat, beginnt so:
Warum war es Ihnen wichtig, gerade dieses Buch in Ihr Programm aufzunehmen? Immerhin fällt der ideale Lesezeitpunkt ja eigentlich in den kürzesten Monat des Jahres.
Es kommt selten vor, dass man auf ein Manuskript stößt, bei dem man als Lektor bzw. Programmmacher aus seinem routinierten Blick auf Texte gerissen wird – und plötzlich wieder so liest wie als Kind: mit Verwunderung, Staunen, völlig versenkt in die Welt des Buches. Es kommt selten vor, dass man das Gefühl hat, eine Entdeckung zu machen, eine wirkliche literarische Stimme zu vernehmen. Wenn so etwas passiert, fällt die Entscheidung leicht: Man will einfach, dass andere dieselbe Erfahrung machen können, man will das Buch veröffentlichen, Leser davon begeistern.
Was macht das Buch für Sie persönlich so besonders?
Für mich glich die erste Lektüre von THADDEUS einem Wachtraum – oder dem Gefühl, das man hat, wenn man am Nachmittag einschläft und beim Erwachen das Geträumte auf eine besonders intensive Weise vor Augen hat – es ist fremd und zugleich auf eine merkwürdige Weise vertraut, wie eine tief vergrabene Erinnerung, die durch einen Geruch, eine Melodie angestoßen wird und an die Oberfläche des Bewusstseins treibt. Darin liegt für mich das Besondere, der Zauber des Buches: dass es einen auf eine Art berührt, die man nicht sofort einordnen kann – es manipuliert nicht, es bedient kein Schema, es schafft dafür eine Erfahrung und verändert vielleicht den Blick auf die Welt für ein paar Momente – mehr kann Kunst nicht schaffen.
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Das komplette Interview und bald auch Ninas Rezension zu „Thaddeus und der Februar“, gibt es hier bei Lovelybooks.
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